Ratgeber · Juni 2026

Feuchtigkeitssperre Mauerwerk in Dortmund:
Horizontalsperre & Co. erklärt

Was ist überhaupt eine Feuchtigkeitssperre, und welche Arten gibt es? Warum fehlen sie in Altbauten, und wie lassen sie sich nachrüsten? Alles erklärt für Dortmund.

Von Hubert Jansen · unabhängiger Sachverständiger für Bauwerksabdichtung

Inhalt

  1. 1.Was ist eine Feuchtigkeitssperre?
  2. 2.Arten von Feuchtigkeitssperren
  3. 3.Horizontalsperre im Neubau vs. Altbau
  4. 4.Nachträgliche Feuchtigkeitssperre einbauen
  5. 5.Methoden: Injektion, Mauersäge, Druckinfiltration
  6. 6.Kosten in Dortmund
  7. 7.DIN 4117 — Geschichtliche Entwicklung
  8. 8.Häufige Fragen

Arten von Feuchtigkeitssperren

TypStopptKosten DortmundNachrüstbar?
HorizontalsperreAufsteigende Kapillarfeuchte80–200 €/lfmJa (Injektion, Mauersäge)
VertikalsperreSeitlich eindringendes Wasser800–1.500 €/lfmJa (Außenabdichtung)
KapillarsperreFeuchtigkeitstransport in Baustoffen20–50 €/m²Ja (Hydrophobierung)
BodensperreAufsteigende Bodenfeuchte60–250 €/m²Ja (Dichtschlämme, KMB)

Feuchtigkeitssperren in Dortmund: Lokale Besonderheiten

In Dortmund sind besonders die Stadtteile Hörde, Hacheney, Aplerbeck und Asseln von fehlenden oder defekten Feuchtigkeitssperren betroffen. Bergbaubedingte Setzungen und Grundwasseranstieg nach Stilllegung der Zechen (seit 1990er). Emscher-Revitalisierung erhöht lokalen Grundwasserspiegel.

Dortmund war Zentrum des Ruhrbergbaus. Nach der Stilllegung der letzten Zechen (Auguste Victoria 2015) wird nicht mehr abgepumpt — der Grundwasserspiegel steigt seitdem in Bergbaugebieten um bis zu 1 Meter pro Jahr. Hausbesitzer in Hörde und Aplerbeck berichten von plötzlich nassen Kellern, die vorher jahrzehntelang trocken waren.

Typische Situation in Dortmund

Die Bebauung in Dortmund stammt vorwiegend aus der Industriezeit (1890–1930) und Wiederaufbau (1950–1965). Bergschäden (Mauerrisse durch Bergsenkungen) lassen Wasser eindringen; steigender Grundwasserspiegel nach Zechenabsumpfung. Bei Bergschäden (Rissen im Mauerwerk) zuerst Rissabdichtung per Injektion, dann Außenabdichtung. Kein Sanierputz über aktive Bergbaurisse — das hält nicht.

Warum fehlen Feuchtigkeitssperren in Altbauten?

Die Pflicht zur Feuchtigkeitssperre in Kellern wurde in Deutschland erst mit der DIN 4117 (1937) eingeführt. Davor wurden Häuser — besonders Gründerzeitbauten (1880–1914) — ohne normgerechte Sperren gebaut. Spätere Gebäude erhielten Teerpappensperren, die nach 40–60 Jahren zersetzen und ihre Wirkung verlieren.

In Dortmund betrifft das besonders Stadtteile mit dichtem Altbaubestand: Altstadt, Ehrenfeld, Nippes, Mühlheim, Kalk, Südstadt, Lindenthal. Viele dieser Häuser haben heute keine funktionsfähige Horizontalsperre mehr.

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Nachträgliche Feuchtigkeitssperre — so geht es

Injektionsverfahren (häufigste Methode)

Bohrlöcher werden im Abstand von 10–12 cm horizontal in die Wand gebohrt. Ein flüssiges Abdichtungsmittel (Silikon-Mikroemulsion, Acrylharz) wird eingepresst, verteilt sich im Mauerwerk und hydrophobiert die Kapillaren. Kosten: 80–150 €/lfm. Dauer: 1–2 Tage.

Mauersäge (physische Barriere)

Eine Diamantsäge schneidet einen Schlitz durch das Mauerwerk, in den eine Kunststofffolie eingelegt wird. Zuverlässiger als Injektion, aber aufwändiger. Kosten: 120–200 €/lfm.

Für typische Altbauten in Dortmund ist das Injektionsverfahren die wirtschaftlichste Lösung: keine Staubarbeiten, kein Aufgraben, 1-2 Tage Ausführung. Bei sehr dicken Wänden (über 50 cm) oder starker Durchfeuchtung empfehlen wir das Mauersägeverfahren.

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Häufige Fragen zur Feuchtigkeitssperre

Was ist eine Feuchtigkeitssperre?
Eine Feuchtigkeitssperre ist eine Abdichtungsebene im oder am Mauerwerk, die verhindert, dass Feuchtigkeit in ein Gebäude eindringt. Es gibt drei Haupttypen: Horizontalsperren (aufsteigende Kapillarfeuchte), Vertikalsperren (seitliches Wasser), und kapillarbrechende Sperren.
Wann war die Feuchtigkeitssperre Pflicht in Deutschland?
Feuchtigkeitssperren sind seit der DIN 4117 (1937) in Deutschland Pflicht für Neubauten. Viele Altbauten vor 1937 wurden ohne Sperre gebaut, oder die ursprünglichen Teerpappensperren sind zersetzt. Das erklärt die häufigen Feuchtigkeitsprobleme in deutschen Altbaustädten.
Kann eine Feuchtigkeitssperre nachträglich eingebaut werden?
Ja. Horizontalsperren können durch Injektion, Mauersäge oder Druckinfiltration nachträglich eingebaut werden. Vertikalsperren erfordern in der Regel Freilegung der Außenwand (Außenabdichtung).
Was kostet eine nachträgliche Feuchtigkeitssperre in Dortmund?
Horizontalsperre per Injektion 80–150 €/lfm, per Mauersäge 120–200 €/lfm, Vertikalsperre 800–1.500 €/lfm. Für 15 Meter Kellerwandlänge: Horizontalsperre 1.200–3.000 €.
Wie erkenne ich fehlende Feuchtigkeitssperren?
Fehlende Horizontalsperre: Feuchtigkeit und Salzausblühungen in Bodennähe, steigen die Wand hoch. Fehlende Vertikalsperre: Feuchtigkeit erscheint nach Regen an Außenwänden. Baujahr vor 1937 ohne Sanierung ist ein sicheres Indiz.
Hubert Jansen

Hubert Jansen

Unabhängiger Sachverständiger für Bauwerksabdichtung · selbstständig seit 1980

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