
Ein feuchter Kellerboden ist nicht nur ungemütlich — er schadet der Bausubstanz. Wir erklären, was Kapillarfeuchte von drückendem Wasser unterscheidet, welche Methode passt, und was das in Dortmund kostet.
Von Hubert Jansen · unabhängiger Sachverständiger für Bauwerksabdichtung
Inhalt
In Dortmund sind besonders die Stadtteile Hörde, Hacheney, Aplerbeck und Asseln von feuchten Kellerböden betroffen. Bergbaubedingte Setzungen und Grundwasseranstieg nach Stilllegung der Zechen (seit 1990er). Emscher-Revitalisierung erhöht lokalen Grundwasserspiegel.
Dortmund war Zentrum des Ruhrbergbaus. Nach der Stilllegung der letzten Zechen (Auguste Victoria 2015) wird nicht mehr abgepumpt — der Grundwasserspiegel steigt seitdem in Bergbaugebieten um bis zu 1 Meter pro Jahr. Hausbesitzer in Hörde und Aplerbeck berichten von plötzlich nassen Kellern, die vorher jahrzehntelang trocken waren.
Typische Situation in Dortmund
Die Bebauung in Dortmund stammt vorwiegend aus der Industriezeit (1890–1930) und Wiederaufbau (1950–1965). Bergschäden (Mauerrisse durch Bergsenkungen) lassen Wasser eindringen; steigender Grundwasserspiegel nach Zechenabsumpfung. Bei Bergschäden (Rissen im Mauerwerk) zuerst Rissabdichtung per Injektion, dann Außenabdichtung. Kein Sanierputz über aktive Bergbaurisse — das hält nicht.
Bevor eine Methode gewählt wird, muss die Feuchtigkeitsquelle eindeutig diagnostiziert werden. Der Unterschied ist entscheidend — und bestimmt, welche Abdichtung notwendig ist:
| Merkmal | Kapillarfeuchte | Drückendes Wasser |
|---|---|---|
| Erscheinung | Gleichmäßig feuchte Fläche | Wasserlachen, aktiver Durchbruch |
| Zusammenhang Regen | Unabhängig von Regen | Tritt nach Regen auf |
| Abdichtung nötig | Kapillarabdichtung (Dichtschlämme) | Druckwasserdichte Konstruktion |
| Kosten | 60–120 €/m² | 150–250 €/m² |
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Termin anfragenFür Kapillarfeuchte ist eine zweilagige mineralische Dichtschlämme (z.B. Remmers Sulfatex, Sika Monotop) ausreichend. Der alte Estrich wird abgebrochen, die Bodenplatte gereinigt, und die Schlämme in zwei Lagen aufgebracht. Diese Methode funktioniert gut bei gleichmäßiger Bodenfeuchte ohne Druckwasser.
Bei drückendem Grundwasser wird eine mehrlagige Abdichtung aus KMB oder Bitumenbahnen aufgebracht, die hydrostatischem Druck von mehreren Bar standhält. Diese Konstruktion muss mit den Wandabdichtungen verbunden und in einem "Wannensystem" ausgeführt werden.
| Leistung | Preis Dortmund | Für 50 m² typisch |
|---|---|---|
| Estrich abbrechen | 10–20 €/m² | 500–1.000 € |
| Kapillarabdichtung | 60–120 €/m² | 3.000–6.000 € |
| Druckwasserdichte Abdichtung | 150–250 €/m² | 7.500–12.500 € |
| Neuer Estrich (Zement) | 25–40 €/m² | 1.250–2.000 € |
| Gesamtpaket (Kapillar) | 80–170 €/m² | 4.000–8.500 € |
| Gesamtpaket (Druckwasser) | 180–330 €/m² | 9.000–16.500 € |
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Hubert Jansen
Unabhängiger Sachverständiger für Bauwerksabdichtung · selbstständig seit 1980